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Mystical View

Bild von h.koppdelaney
From here I see the other side as the other side…
HKD
Ich bin…
Thema Nr. 19
Selbstvertrauen, Erwachen, mystisches Bewusstsein, Focus, Aufmerksamkeit, Ego Spaltung.
Solange der Fokus darauf gerichtet ist, dass ich andere heilen und erleuchten will, sind da die anderen, um die ich mich kümmere. Meine Aufmerksamkeit ist daher von mir weg nach außen gerichtet, auf Menschen, die angeblich meiner Hilfe bedürfen, um zu… was auch immer – erwachen? Der Wunsch, andere mögen vor mir erwachen, hält mich im unerwachten Zustand.
Richte ich als Mystiker alle Aufmerksamkeit auf mein eigenes Zentrum, erkenne ich den traumartigen Charakter meines Lebens wieder. Einerseits erlangt das Leben eine wahrgenommene Tiefe und Bedeutung, die es als intensives Erleben erscheinen lässt. Andererseits wird die Bedeutung der Außenwelt kontinuierlich entwertet zugunsten der Wachheit meines inneren Beobachters. Dieser ist das reine Bewusstsein und die Bewusstheit darüber, was und wie die Welt gerade erlebt wird. „Bewusstsein schaut aus sich heraus“. Das ist eine treffende mystische Formulierung.
Um „heraus“ schauen zu können, muss das Bewusstsein und der Focus der Aufmerksamkeit zuvor „hinein“ verlagert worden sein. Ich kann diesen Vorgang auch als Bewusstwerdung des Selbst beschreiben. Natürlich immer nur zu Teilen des Ganzen. In religiös bildlicher Umschreibung könnte ich einen großen oder kleinen Heiligenschein um den Kopf eines Propheten zeichnen. Der mystische Zustand ist für mich eine partielle, schwankende und relative Geistesverfassung.
Aus meiner Sicht blicke ich auf mein Leben zurück und erkenne ein schrittweises Erwachen des Bewusstseins und der Bewusstheit darüber, wer oder was ich bin.
Ich bin. Das ist eine Formulierung aus der altindischen Advaita-Philosophie. Das ist in der Tat die einzige Aussage, die den Kern trifft: Die Selbstwahrnehmung als solche sagt: Ich bin.
Alle weiteren Ergänzungen sind Worte und Konzepte und der Streit, der über sie entbrennt gehört zum wissenschaftlichen und psychologischen Denken. Hier sind Dispute angebracht.
Doch das mystische Denken bezieht sich auf dich selbst – ausschließlich. Das mystische Bewusstsein nimmt diese Perspektive ein. Geht es einige Stufen (auf der Himmelsleiter) wieder hinunter, wird die „Schwingung“ niedriger und es kommt zurück in die Dualität und den Alltag.
Den Alltag und die mit ihm verbundenen Anforderungen an ein gut funktionierendes Ego, erlebte ich als einen Wegabschnitt.
Von einem bestimmten Punkt der intellektuellen Reife an erfuhr ich mich im Ego als innerlich gespalten und suchte nach einer Lösung aus der inneren Verzweiflung.
Diese Gespaltenheit wird aufgehoben, sobald die „unio mystica“ vollzogen wird. Die Vereinigung des Egos mit dem göttlichen Selbst ergibt für mich das mystische Bewusstsein.
Doch all das sind Begriffe, über die man streiten kann, daher ist es nur möglich, die Wahrheit in sich selbst zu finden.
Es geht um Selbsterfahrung. Die Erfahrung des Selbst. Das Gefühl zu haben, von innerem Vertrauen getragen zu werden. Das ist wahres Selbst-Vertrauen.
Der Verlust des Selbstvertrauens während der Kindheit oder Jugend führt zur ängstlichen Anpassung an die Ordnung. Aus Angst vor den Konsequenzen seiner Taten schränkt man sich ein, entwickelt ein angepasstes Verhalten und hat damit eine Maske, ein Ego zur Verfügung. Man kann anderen Menschen seine Geschichte erzählen, die Ego-Erlebnisse.
Aus der mystischen Perspektive allerdings ist dieses Ego ein Traum. Es ist die Fiktion einer Lebensgeschichte, die aus Erlebnissen und Abenteuern bestehen, die schließlich nur noch als Erinnerungen (Gedanken) vorhanden sind. Fällt der Vorgang des Erinnerns an die Lebensgeschichte weg, bleibt nur das „Ich bin“ übrig. Es geht nicht um die beiden Worte, vielmehr um die Wahrnehmung.
Die reine Wahrnehmung ist der Kern der Bewusstheit und des Bewusstseins. Bewusstheit und Bewusstsein verhalten sich zueinander wie Theorie und Praxis.
Theorien über die Mystik können im Außen liegen. Es gibt zahlreiche Schulen. Die mystische Praxis liegt immer im Innern, die mystische Erfahrung und Vereinigung mit dem „Geliebten“ ist immer gleich.
Meditation gehört zu den praktischen Aspekten. Wer sich auf den Pfad der Mystik begeben möchte, weil er erkennt, dass die Öffnung des Herzens und das Ausleben der Herzqualitäten sein Lebensziel ist, dem empfehle ich, sich meditativen Praktiken zu widmen.
Ich empfehle auch die Durchdringung der Meditation mit dem Intellekt. Theorie und Praxis. Bewusstheit und Bewusstsein.
Bewusstsein – ich bin – schaut aus sich heraus. Bewusstheit weiß um diese Tatsache und kann sich selbst Rechenschaft über das Erlebte ablegen. Beides verhält sich wie Innen zu Außen. Einheit zur Dualität. Fühlen zu Denken.
Um eine mystische Erfahrung machen zu können, bedarf es der Reise nach Innen und dem Wechseln der Blickrichtung. Das psychologische Denken richtet von außen (Intellekt) den Blick nach innen (auf die Gefühle). Das mystische Erleben richtet den Blick von innen (Beobachter) nach außen (z. B. auf die Geschehnisse) ohne beurteilendes Denken.
Wenn ich meine Blickrichtung erkennen und infrage stellen kann, bereitet sich ein Wechsel des Bewusstseins vor. Ich sehe diesen Wandel im Zusammenhang mit dem „Ende“ des Mayakalenders 2012. Für mich steht in dieser Zeit eine Verlagerung des Bewusstseins an. Das Selbst scheint verstärkt durch das Ego und dieses wird zunehmend von der göttlichen Kraft durchdrungen und beflügelt.
Klassische Begriffe für diese Beflügelung sind Intuition, Inspiration und Begeisterung. Diese Energien, verbunden mit innerem Frieden wünsche ich mir und der Welt.
Heile dich an erster Stelle, denn wenn du heil bist, kannst du helfen, die Welt zu heilen… falls dir das dann noch notwendig erscheint.
Ich bin – weder innen, noch außen.
HKD
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HKD
Rot ist das Meer und schwarz die Wirklichkeit

Bild von Henry.
Im Alten liegt der Wunsch nach Erneuerung.